Essen macht nicht nur satt – es prägt Vorlieben, Routinen und Einstellungen fürs ganze Leben. Die Kita- und Schulverpflegung hat deshalb einen einzigartigen Einfluss auf die Ernährungsgewohnheiten von Kindern. Hier lernen sie neue Geschmäcker kennen, probieren unbekannte Lebensmittel aus und entwickeln ihre Haltung zu gesunder Ernährung.
Ernährungsbildung geht damit weit über die reine Versorgung hinaus. Sie verbindet Verpflegung, Pädagogik und Alltagserfahrung – und bietet die Chance, Kinder spielerisch für gesunde Ernährung zu begeistern.
Warum Ernährungsbildung unverzichtbar ist
Kinder sind neugierig, offen und lernbereit. Gleichzeitig sind sie anfällig für einseitige Essgewohnheiten, wenn diese im Alltag kaum hinterfragt werden. Deshalb ist Ernährungsbildung so entscheidend:
- Frühzeitige Prägung: Wer in jungen Jahren verschiedene Lebensmittel probiert, bleibt sein Leben lang offener für Vielfalt.
- Gesundheitsvorsorge: Eine ausgewogene Ernährung reduziert das Risiko für Übergewicht, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
- Nachhaltigkeit: Kinder, die verstehen, wo Lebensmittel herkommen, entwickeln Wertschätzung und werfen weniger weg.
Damit Ernährungsbildung gelingt, braucht es einen Dreiklang aus Küche, Pädagogik und Elternarbeit.
Praktische Ansätze im Kita- und Schulalltag
Kochen mit Kindern
Schon einfache Aufgaben wie Gemüse waschen, Teig rühren oder Salat anrichten vermitteln Kindern Freude am Essen. Kochtage oder Koch-AGs sind ein bewährtes Mittel, Ernährung erfahrbar zu machen.
Schulgärten und Hochbeete
Vom Samen bis zur Ernte erleben Kinder den Kreislauf der Lebensmittel. Wer selbst Karotten geerntet hat, probiert sie meist auch lieber.
Spielerische Wissensvermittlung
Smiley-Systeme, Verkostungen, Themenwochen („Gemüse aus der Region“) oder kleine Ernährungsspiele fördern Neugier und Akzeptanz.
Die Rolle der Caterer und Einrichtungen
Ernährungsbildung ist keine alleinige Aufgabe der Pädagogik – auch Caterer spielen eine wichtige Rolle. Sie können neue Lebensmittel einführen, kreative Rezeptideen liefern und den Austausch mit Einrichtungen suchen.
Digitale Plattformen wie Gabel1 ermöglichen zudem eine enge Einbindung der Eltern: Speisepläne werden transparent dargestellt, Hintergrundinfos zu Lebensmitteln oder saisonalen Aktionen können direkt mitgeliefert werden. So wird Ernährungsbildung auch nach Hause verlängert.
Elternarbeit als Erfolgsfaktor
Eltern sind die wichtigsten Vorbilder, wenn es um Essgewohnheiten geht. Damit Ernährungsbildung nachhaltig wirkt, sollten sie aktiv einbezogen werden:
- Informationsveranstaltungen oder Newsletter mit Tipps zur gesunden Ernährung.
- Transparenz bei Allergenen, Herkunft und Zubereitung.
- Gemeinsame Projekte wie ein „Gesunder Pausenbrot-Tag“.
So entsteht ein ganzheitlicher Ansatz, der Küche, Pädagogik und Elternhaus miteinander verbindet.
Praxisbeispiele für erfolgreiche Ernährungsbildung
- Eine Kita führt einen wöchentlichen „Probierteller“ ein: Kinder dürfen kleine Portionen neuer Lebensmittel testen – ohne Zwang, aber mit viel Neugier.
- Eine Schule setzt auf ein Projekt „Gemüse der Woche“: Jede Woche wird eine Sorte vorgestellt, im Unterricht behandelt und anschließend in der Mensa serviert.
- Ein Caterer kooperiert mit einem Bauernhof in der Region: Kinder besuchen die Erzeuger und sehen, wo ihre Milch oder Äpfel herkommen.
Fazit – Ernährung als Erlebnis begreifen
Ernährungsbildung ist kein Extra, sondern ein wesentlicher Bestandteil moderner Kita- und Schulverpflegung. Sie vermittelt Wissen, schafft Wertschätzung und macht gesunde Ernährung greifbar.
Wenn Kinder nicht nur essen, sondern verstehen, erleben und mitgestalten, entsteht Begeisterung – und genau diese Begeisterung begleitet sie ein Leben lang.

